Wie kommt man zum Laufen?

Im Mai 2000 wurde ich, Thomas geb. 19.8.1961 nach einem Motorradunfall aus dem Krankenhaus entlassen. Das Entfernen der Klammern nahm ich zum Anlass eine Laufkarriere zu starten. So erschien ich in "Jogging-Bekleidung" beim Arzt, um die ersten 7 km heimwärts zu laufen. Diesen Lauf beendete ich mit 3 großen Verschnaufpausen, sehr frustriert, nach ca. 70 Minuten. Die anschließende Dusche weckte trotzdem die Idee an einem 10 km Volkslauf teilzunehmen. Diesen Lauf absolvierte ich erst ein halbes Jahr später, da die Zeit des langsamsten Läufers für mich zu diesem Zeitpunkt unerreichbar war. Also musste ich an meiner Grundlage basteln. Nach 140 km Lauftraining (Grundausdauer) beendete ich meinen ersten Halbmarathon in Feldwies in 1:52 Dieses Erlebnis und die Bewältigung unaussprechlicher Qualen war der Grundstein zum nächsten Ziel - dem Marathon. Also einfach noch mal 300 km Laufen und schon war ich Starter beim 1. Medienmarathon in München 2000. Der Sepp hatte schon nach einer Stunde eine halbe Stunde Vorsprung. Mit 4 Stunden und 37 Minuten kam ich ins Ziel. Ab km30 plagte mich der Gedanken "Wozu?" und die Muskulatur fragte mein Innerstes "Spinnt der Thomas heute??" Man muss dazu sagen, das ich bisher nie weiter als 21 km gelaufen bin. Aber ich war glücklich und legte fest, das man es auch unter 4 Stunden schaffen kann.

Den zweiten 42iger lief ich völlig "inkognito" in Wien. Sehr zuversichtlich plante ich den Tag für meinen 4 Stunden Rekord. Immerhin bereiteten mir die 30km keine Probleme - aber nach dem Prater (km32) - der "Mann mit dem Hammer" (wusste ich gar nicht, dass es so etwas gibt). Jetzt versuchte ich mich zu dehnen, und das hätte man vielleicht doch in die fast schon täglichen Trainingseinheiten einbauen sollen. Ein sauberer Oberschenkelkrampf war das Resultat. Noch ca. 7 km bis ins Ziel - also gehen. Ich wusste gar nicht, das man "ÜBERHAUPZNET" gehen kann. Einem Franzosen mit dem ich mich in Englisch über griechische Inseln unterhielt ging es genauso. Das Ziel erreichte ich dann nach 4:24 und machte mich schnell auf den Heimweg. Blöde Lauferei - 4 Stunden??? Ich hatte ja noch die Chance in München - einem Jahr nach meine Debüt. München 13.10.2001 - Superwetter - Neue Taktik: Ich startete erst 15 Minuten nach dem Startschuss, um im Rennen ein paar Tausend überholen zu können. Die Halbmarathonzeit (1:42) machte in mir den Gedanken frei, diesmal unter 3:30 laufen zu können. Aber zu früh gefreut, wieder nach ca. 35 km das körperliche Ende. Schleppenderweise ging es in den Olympiapark, wo mir ein Zuschauer aus Mitleid ein Stück Marzipan zum Verzehr gab. Diese Kohlenhydrate (Zucker IiiGGGitthh?!?!) weckten in mir nach ca. 2 Minuten einen Energieschub, den ich nie für möglich gehalten hätte. So konnte ich dann nach 4:19 langen Stunden ins Ziel sprinten. Der Stadionsprecher erklärte, das da wohl einer kommt, der sich die Kräfte für einen Schlussspurt gespart hat?!?! (Funktioniert nicht wirklich so)


Eines habe ich jetzt gelernt: Die vielfach erwähnten "LongJoggs" (ich bin bis nur bis ca. 20 km gelaufen) sind Voraussetzung für ein Durchkommen und man muss wirklich viel trinken und sollte sich etwas zum Essen mitnehmen, da es nicht immer für -4- Stundenläufer verfügbar ist.
Zuviel Laufen bringt aber auch nichts!!
Die Kohlenhydratbeutel von Powerbar oder ähnlich habe ich dann im Training getestet. Ich wollte diese Teile eigentlich nicht benutzen, da sich im Wettkampf einige Mitläufer nach der Einnahme regelrecht "abkozten". Aber ich hatte bisher Erfolg mit diesen Teilchen (was auch immer da drin sein mag . . .) und nach dem Toyotaprinzip ist eben nichts unmöglich. . .

So nun zur Belohnung für den geduldigen Leser zwei kleine Schmankerl:
1. Der Pinguin (ca. 300k zum Downloaden, mpg Video)
2. Der Bär (ca. 1300k zum Downloaden, mpg Video)

Weitere Infos/Anregungen - Mail an run@tom42.de